Geschichte & Fakten

Allgemeine Fakten

Burma KarteBurma ist mit 676.577 km² der flächenmäßig größte Staat auf der südostasiatischen Halbinsel und damit ca. doppelt so groß wie Deutschland. Es misst 2.050 km in der Länge, von Ost nach West beträgt die Entfernung an seiner breitesten Stelle 935 km. Im Norden und Osten grenzt das Land an die Volksrepublik China, Laos und Thailand, im Westen an Bangladesch und Indien. Die Küste im Süden liegt am Golf von Bengalen und am Andamanenmeer.

Seit 1962 ist das Land eine Militärdiktatur, in dessen Grenzregionen im Osten noch heute ein grausamer Bürgerkrieg tobt. Die Angaben über die Population Burmas schwanken je nach Quelle zwischen 50 und 55 Mio. Einwohnern.

Bis zum November 2005 war Rangoon die Hauptstadt mit knapp 5 Mio. Einwohnern. Seitdem befindet sich der Regierungssitz in Nyaipyidaw, ca. 200 km nördlich von Rangoon. Die zweitgrößte Stadt ist Mandalay, in der an die 1 Mio. Menschen leben.

Mit 135 offiziell anerkannten Ethnien ist Burma ein Vielvölkerstaat, in dem mehr als hundert Sprachen und Dialekte gesprochen werden. Den größten Anteil in der Bevölkerung nehmen mit ca. 70 % die Burmesen (Bamar) ein, welche das Land politisch, wirtschaftlich sowie kulturell dominieren. Diese Zahl wird von Angehörigen der anderen in Burma lebenden Ethnien angezweifelt, sie gehen eher von 50 % aus und werfen der Regierung vor, Angaben zugunsten der burmesischen Majorität zu machen. Die größten nicht-burmesischen Ethnien bilden die Shan (8,5 %), Karen (6,2 %), Arakan (4,5 %), Mon (2,4 %), Chin (2,2 %) und Kachin (1,4 %), welche hauptsächlich in den Grenzregionen beheimatet sind. Zudem sind mit jeweils 1-2 % der Einwohnerzahl Inder und Chinesen in Burma ansässig.

Die Hauptsprache ist Burmesisch, die zur tibeto-burmesischen Sprachfamilie zählt. Dieser Familie gehören neben den Bamar auch die Arakan, Chin und Kachin sowie die Akha, Lisu, Lahu und Naga an. Die Mon, Wa und Palaung sprechen Mon Khmer Sprachen, während die Shan der Tai Gruppe angehören. Die Sprachen der Karen (Kayin), Karenni (Kayah) und Pa-O sind eigenständig und in keine dieser Familien einzuordnen. Mit 89 Prozent stellen die Anhänger des Theravada – Buddhismus die religiöse Mehrheit in Burma. Aber auch der Islam und das Christentum werden von jeweils ca. 4 Prozent der Bevölkerung praktiziert.

Burma wird seit 1987 von den Vereinten Nationen als least developed country (LDC) eingestuft. Infrastruktur und Industrie sind größtenteils nur unzureichend entwickelt, 75 Prozent der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Armut ist im Land weit verbreitet, viele Menschen leben noch von Subsistenzwirtschaft (landwirtschaftl. Eigenversorgung). Die Löhne sind allgemein sehr niedrig, so verdient ein Arzt oder Lehrer im Schnitt ungefähr 7 US$ im Monat. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 60,5 Jahren, beinahe die Hälfte aller Einwohner sind unter 20 Jahre alt.

Aufgrund der katastrophalen Politik der Militärdiktatur befindet sich besonders das Gesundheitssystem des Landes in einem mehr als besorgniserregenden Zustand. Nur ca. 3 Prozent der gesamten Staatsausgaben werden diesem Sektor zugeführt, während in das Militärressort beinahe 50 Prozent investiert werden. Diesem irrationalen Verteilungsverhältnis ist es zu verdanken, dass staatliche Gesundheitseinrichtungen mit völlig veralteten, kaum noch funktionstüchtigen medizinischen Geräten arbeiten müssen. Medikamente und medizinische Materialien fehlen an allen Ecken und Enden. Zudem werden ländliche und schwer zugängliche Gebiete fast gar nicht vom Gesundheitssystem versorgt. Doch gerade hier kommt es zu einer dramatischen Ausbreitung von Malaria, HIV/Aids und Tuberkulose, was von der Regierung öffentlich bestritten wird.
Im Bildungsbereich sieht es kaum besser aus. So sind zwar offiziell nur ca. 10 Prozent der Bevölkerung Analphabeten, aber nur jedes zweite Kind schließt die Grundschule wirklich ab und nur jedes dritte besucht anschließend eine weiterführende Schule. Seit den 90‘er Jahren werden die Universitäten des Landes zudem immer wieder für längere Zeit geschlossen, um politische Aktivitäten der Studenten zu unterbinden.

Die Währung Burmas ist der Kyat, der zu einem offiziellen Wechselkurs von 6 Kyat zu 1 US$ getauscht wird. Auf dem Schwarzmarkt, der eigentlich von jedem genutzt wird, herrscht hingegen der deutlich realistischere Kurs von 1.000 Kyat/1 US$.