Antwort vom Bundespräsidialamt

Aufgrund unseres Umzuges und einigen anderen Projekten kommt leider erst jetzt die Antwort des Bundespräsidenten auf unseren Brief vom 03. Februar 2014.

Leider finden wir die Antwort Gaucks etwas dürftig. Wir alle wissen, daß tolle Worte nur wenig Wirkung zeigen, wenn man nebenbei einer ehemaligen Militärdiktatur die Hälfte der Staatsschulden erlässt und wirtschaftliche Beziehungen anstrebt. Die hochrangigen Wirtschaftsvertreter_innen, die mit Gauck gereist sind, haben sicherlich keine Förderung der Zivilbevölkerung im Sinn gehabt – auch sie werden das Land und die Bevölkerung in gleicher Weise ausbeuten, wie in den Nachbarländern: mit Billiglohn, unsicheren Arbeitsstellen, Umweltverschmutzung und einer mangelhaften Gesundheitsversorgung. Die Investitionen in Burma kommen vor allem den ehemaligen Cronies (Militär-nahen Zivilisten) zu Gute, die zuvor auch schon profitiert haben und der allgemeine Bürger wird zu einem Sklaven internationaler (deutscher) Konzerne. Dies betrachten wir nicht als Förderung der Menschen in Burma.

Wir erachten Gaucks Besuch in Burma als eher schwach und wir kritisieren, daß er nicht auch auf die Unterdrückung der anderen ethnischen Minderheiten eingegangen ist. In der beigefügten Rede unterließ Gauck es auch, die Proteste in Burma selbst zu erwähnen und redete nur von der deutschen demokratischen Freiheitsbewegung 1989. Wir als Burma Aktionen wollen auch noch einmal das enge Verhältnis zwischen Deutschland und Burma hervorheben, daß Gauck in seiner Rede erwähnte: die Lieferung von Waffen und Munition, mit denen unzählige Menschen ermordet wurden und vor allem auf unbewaffnete Student_innen und Demonstrant_innen das Feuer eröffnet wurde. Von 1959 bis 1989 liefert Deutschland Waffen und Munition nach Burma und baute dort Waffenfabriken. Dies sagte Gauck natürlich nicht.

Die Vergleiche Gaucks mit Deutschland, wo „geliebte Menschen“ verhaftet wurden und später der „Angst“ Adieu zu sagen, erachten wir als zynisch. Er scheint hierbei zu vergessen, daß in Burma lange Jahrzehnte hinweg geliebte Menschen wahllos erschossen wurden und in Burma können sich viele viele Menschen immer noch nicht von der Angst verabschieden. In dem im Januar 2014 veröffentlichen Bericht „Same Impunity – same Patterns“ der Burma Womens League wird eindeutig dargelegt, daß sexuelle Gewalt weiterhin straffrei von der burmesischen Regierungsarmee als Kriegswaffe gegen die ethnischen Minderheiten eingesetzt wird.

Es mag sich zwar rein oberflächlich etwas in Burma geändert haben, jedoch ein genauer Blick auf die Lage im Land zeigt das genaue Gegenteil: für viele Menschen und gerade von den ethnischen Minderheiten hat sich nichts getan. Da ist es gut, wenn ein deutscher Präsident den Schergen und Vergewaltigern noch große Geschenke macht in dem Glauben, sie würden sich dadurch zu einem Besseren wenden. Zynischer geht es wohl kaum und es ist eine Schande für Deutschlands Aussenpolitik.

Hier nun die Antwort von Präsident Gauck:
Antwort_Gauck

Und hier ein Link zu dem Bericht zur andauernden sexuellen Gewalt in Burma durch die Regierungsarmee:
http://www.between-borders.de/neuer-bericht-zu-sexueller-gewalt/?fb_action_ids=411604265647910&fb_action_types=og.likes&fb_source=aggregation&fb_aggregation_id=288381481237582 ……………………………………………………………………………………………………………………………………

Über Burma Aktion

Die BURMA AKTION ist ein 2007 gegründeter unabhängiger gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen in Burma humanitär zu helfen und sie bei ihrem Kampf für Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung zu unterstützen. Wir sitzen im Herzen des Ruhrgebiets und arbeiten in einem Netzwerk mit den Burma Gruppen in Deutschland und in der ganzen Welt eng zusammen.
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