Stellungnahme Antikapitalismus

Die Burma Aktion war und ist eine unabhängige und autonom arbeitende Gruppe, die keiner anderen Organisation oder Institution angehört und eigenständig agiert.

Wir haben in der letzten Zeit über unsere Ausrichtung und Standpunkte sinniert, nachdem wir gewisse Ansichten bei anderen Gruppen gesucht aber nicht gefunden haben. Wir als Burma Aktion sprechen uns ganz klar gegen den Kapitalismus aus und vor allem gegen neoliberale Aktivitäten in Burma. Wir wissen aus vielen sozialen Bewegungen der Welt und Ländern wie Mexiko, Südafrika, aus Asien oder Südamerika wie gefährlich kapitalistische Investitionen werden können und wieviel Leid, Elend und ökologische Katastrophen durch die Profitgier gewisser Firmen hervorgerufen werden. Diese Tendenzen sind nicht zu leugnen und leider trauriger Alltag für viele Millionen Menschen auf diesem Erdball.

Wir sprechen uns daher deutlich gegen kapitalistische Investitionen in Burma aus, da sie nur auf eine gewissenlose Ausbeutung der Boden- und Naturschätze aus sind und die Bevölkerung in eine Billiglohnsklaverei zwingen werden. Die Ausmaße dieser Investitionen lassen sich z.B. an den katastrophalen Zuständen in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch oder Indien betrachten.

Leider gibt es immer noch Menschen, Organisationen oder Stiftungen, die tatsächlich glauben, daß wirtschaftliches Engagement eine demokratische Veränderung bringen werden. Woher solche Erkenntnisse stammen, wird nicht gesagt und wir setzen unsere Bemühungen nicht auf ein Prinzip Hoffnung. Es entzieht sich ebenso jeglichen Wissens über die vergangene Geschichte Burmas oder leugnet diese traurige Geschichte vehement. Wir alle wissen ebenfalls aus der Vergangenheit und investigativen Recherchen, daß eine Ethik bei kommerziell agierenden Firmen nicht zu erwarten ist. Dies würde auch entgegen die Prinzipien des Kapitalismus zur Gewinnmaximierung laufen.

Wir sehen leider auch, daß sogar sogenanntes „humanitäres“ Engagement leider das genaue Gegenteil von dem erreicht, was sich gewisse Stiftungen oder Organisationen auf die Fahnen geschrieben haben. Leider klaffen Realität und der Gebrauch schöner Worte oft radikal auseinander. Es wurde u.a. durch das Ya Basta Netzwerk aus Mexiko, Guatemala, El Salvador und Honduras bekannt, daß die von der deutschen Regierung privatisierte Entwicklungshilfe in ihrer neuen Form der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und z.B. der sequa gGmbH eher wirtschaftliche Interessen vertritt und z.B. Ureinwohner, Kleinbauern und Fischern vertreiben, um angebliche nachhaltige Entwicklung zu fördern.  Es kommt jedoch zu einem Verstoß von internationalen (und auch von der Bundesregierung unterzeichneten) Regelungen und zu einer Zerstörung von Natur und Umwelt. Wie manche sicher wissen, sind auch große Naturschutzverbände wie der WWF aktiv in der Umweltzerstörung und der Vertreibung von indigenen Völkern involviert. Solche kontraproduktiven Praktiken wollen wir in Burma nicht haben und setzen uns für den Schutz der Umwelt und der Bevölkerung ein.

Die Bundesregierung wird nichts gegen die Ausbeutung von Natur und Mensch unternehmen, da sie selbst darin verwickelt ist. Sogar in Deutschland wird kein Mindestlohn durchgesetzt, der die Menschen trotz Arbeit vor dem sozialen Abstieg schützt.

Wir sind in der glücklichen Lage, keiner großen Gruppe oder Institution anzugehören und sind daher in einer gewissen Weise frei. Wir sind nicht auf Spenden oder Fördermittel dieser Organisationen angewiesen und können sie offen kritisieren. Wir sehen ebenfalls die massiven Menschenrechtsverletzungen und den blanken Rassismus in Burma, der einen echten Demokratisierungsprozess radikal in Frage stellt. Seit der angeblichen Demokratisierung Burmas und der Lobhudelei diverser Politiker_innen haben in Wirklichkeit die Menschenrechtsverletzungen zugenommen. Solange diese Probleme in Burma existieren, sehen wir ebenso keinerlei Notwendigkeit von kommerziellen Investitionen.

Sinnig wäre jedoch eine bedingungslose Unterstützung der Bevölkerung mit nachhaltigen Investitionen, wie Saatgut, Mikrokredite, Kleinmaschinen zur Bestellung von Feldern, eine Reform des lokalen Marktes in den ländlichen Gegenden, ein Schutz der städtischen Bevölkerung vor Gentrifizierung, eine echte Alternative für die Opium-Farmer und eine Beendigung des Rassismus.

Wir fordern daher einen sensiblen Umgang in Burma und einen Schutz der Bevölkerung vor den wirtschaftlichen Interesse gewisser Firmen und Organisationen oder Institutionen.

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Über Burma Aktion

Die BURMA AKTION ist ein 2007 gegründeter unabhängiger gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen in Burma humanitär zu helfen und sie bei ihrem Kampf für Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung zu unterstützen.
Wir sitzen im Herzen des Ruhrgebiets und arbeiten in einem Netzwerk mit den Burma Gruppen in Deutschland und in der ganzen Welt eng zusammen.

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