Frieden für die ethnischen Völker unsicher

Bislang sind 13 bewaffnete ethnischen Gruppen dem Aufruf von Burmas neuen Präsidenten Thein Sein gefolgt und haben einen Friedensvertrag mit der Regierung geschlossen. Die Karen und andere Volksgruppen halten weiterhin Regierungsgespräche ab und das für diesen Monat angesetzte Treffen zwischen der Regierung und der Karen National Union (KNU) wurde seitens der Regierung abgesagt.

Im Shan Staat wurden die ausgehandelten Punkte, die zu dem Friedensvertrag zwischen der Shan State Army (SSA) und der Regierung laut Lt.-Gen. Yawd Serk nur zu 25% in die Realität umgesetzt. Es kam ebenso zu etwa 25 Gefechten zwischen Regierungstruppen und der SSA.

Der Krieg gegen die Kachin dauert weiterhin an und es kommt weiterhin zu Menschenrechtsverletzungen, Gefechten und Vergewaltigungen. Derzeit sollen mehr als 700 Kachin Flüchtlinge aus China deportiert werden, die dort in Flüchtlingssiedlungen Schutz gesucht haben, um den Krieg gegen ihr Volk zu entfliehen. Die Verhandlungen mit der Kachin Independence Organisation (KIO) scheitern bislang. Die Kachin hatten einen Friedensvertrag für 15 Jahre eingehalten, wobei es jedoch niemals zu dem erhofften Frieden kam. Daher griff die Kachin Independence Army (KIA) erneut zu den Waffen.

Auch die Situation der Rohingya im Arakan Staat hat sich nur wenig verbessert und es kommt weiterhin zu Übergriffen gegen die Minderheit. Auch Bangladesch verweigert den aus Burma geflüchteten Rohingya die Unterstützung und schickt einige davon wieder zurück. Die Europäische Kommission fordert unterdessen Burma auf, den Rohingya die burmesische Staatsangehörigkeit zu verleihen.

Viele der ehemaligen bewaffneten ethnischen Gruppen haben nun eine Organisation( der United Nationalities Federal Council – UNFC)  ins Leben gerufen, in der sie gemeinsam Strategien entwickeln, da weiterhin viele der Bundesstaaten unter Kontrolle der Militär-nahen „Partei“ USDP (United Solidarity and Development Party) sind. Diese USDP griff u.a. friedliche Demonstranten während der Saffron-Revolution 2007 mit Stangen an und kooperierte mit den bewaffneten Soldaten. Der UNFC ist ein sehr wichtiger Schritt für eine Einheit zwischen den Völkern, den die damalige Junta als sehr gefährlich betrachtet hat und viel dagegen unternahm.

Einige Gruppen der ethnischen Völker warnen bereits vor den neuen „Teile-und-Herrsche“ Taktiken der Regierung, die anscheinend (immer noch) sehr besorgt über die neue Einheit der Völker und den UNFC zu sein scheint. Es werden Gruppen diffamiert und unter Druck gesetzt.

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Über Burma Aktion

Die BURMA AKTION ist ein 2007 gegründeter unabhängiger gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen in Burma humanitär zu helfen und sie bei ihrem Kampf für Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung zu unterstützen. Wir sitzen im Herzen des Ruhrgebiets und arbeiten in einem Netzwerk mit den Burma Gruppen in Deutschland und in der ganzen Welt eng zusammen.
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